Abgeschickt von Dominik am 21 Oktober, 2008 um 11:25:32:
Antwort auf: Re: PentaconSix-Objektive an Canon EOS 450 D von Dominik am 20 Oktober, 2008 um 09:35:32:
Okay,...nicht 560 Linien, sondern Linienpaare - trotzdem schwach
: Hallo,
: warum das so ist, weiß ich auch nicht. Dieser Effekt lässt sich auf jeden Fall auch mit einem zweitklassigen KB-Zoom von Tamron z.B. an dieser Kamera darstellen. Hier übertrifft die Auflösung des Sensors bei weitem die Objektivauflösung, mit der Folge, daß auch bei exakter Fokussierung kein scharfes Bild zustande kommt.
: Insofern sind die Ergebnisse mit den Pentacon-Objektiven nicht verwunderlich: 40LP/mm bedeuten bedeuten bei dem APS-Chip der Kamera mit ca. 14mm bestenfalls 560 Linien über das horizontale Bildfeld. Auch wenn sich das nicht ganz 1:1 umrechnen lässt: Die Pal-Fernseh-Auflösung beträgt 520 Zeilen horizontal. Vielleicht sind da einfach die Erwartungen zu hoch. Mit einer 22MP-Vollformatkamera sieht das Ergebnis schon wieder ganz anders aus.
: Grüsse, Dominik
: : Liebe Forumsbesucher,
: : von Herrn Baier habe ich letztes Jahr seinen Adapter für P6-Objektive an Canon-Digital-SLR-Kameras gekauft und inzwischen zuerst mit der Canon 350D und später mit der 450 D einige Aufnahmen gemacht, und zwar mit den Zeiss-Jena-Objektiven mit 85mm, 120mm und 300mm Brennweite.
: : Auf Anregung von Herrn Baier hin möchte hier einige Beobachtungen mitteilen. Sie beziehen sich weniger auf den Adapter selbst, denn der funktioniert einwandfrei und hat, soweit ist feststellen konnte, genau das richtige Aufmaß.
: : Vielmehr geht es um die verwendeten Objektive, die immerhin einige Jahrzehnte alt sind.
: : Nicht feststellen konnte ich Spiegelungen zwischen dem Chip und den nicht vergüteten hinteren Linsen der Objektive. Vielleicht gibt es ja irgendwo exakte Messungen zu diesem Problem.
: : Interessant ist das Schärfeverhalten der Objektive. Bei genauer Fokussierung wirken sie hochauflösend, Bereiche, die nur knapp außerhalb des Fokus liegen, wirken dagegen stark unscharf. Möglich, dass die geringe Tiefenschärfe bei langen Brennweiten oder auch UV-Licht-Effekte wegen der einfachen Vergütung hier eine Rolle spielen, ich vermute aber eine andere Ursache.
: : Mittelformatobjektive haben konstruktionsbedingt ein anderes Schärfeprofil als Kleinbildobjektive oder Objektive, die für noch kleinere Digitalchips optimiert sind.
: : Sie sind nicht insgesamt weniger hoch auflösend, aber in den MTF-Diagrammen zeigen sich andere Verhältnisse der Auflösungen bei den drei Ortsfrequenzen 10, 20 und 40 lp/mm.
: : Man kann das auf der Homepage von Zeiss nachvollziehen, indem man das MTF-Diagramm eines aktuellen Kleinbildobjektives mit dem eines aktuellen Mittelformat-Objektives vergleicht. Bei Blende 5,6 ähneln sie sich, bei größeren Öffnungen nicht mehr.
: : Denkbar wäre nach meiner Vermutung deshalb Folgendes: Genau im Fokuspunkt "greift" die hohe Auflösung bei 40 lp/mm des P6-Objektives, bei nur geringer Defokussierung wirkt sie sich nicht mehr aus. Nun kommt die relative geringe Auflösung etwa bei 10 lp / mm zum Tragen. (Abblenden hilft bei diesem Phänomen nur wenig.)
: : Es ist nur eine Vermutung. Vielleicht schreiben Sie mir Ihre Meinung dazu. Vielen Dank im voraus.