Abgeschickt von Dominik am 22 Oktober, 2008 um 03:13:24:
Antwort auf: Re: PentaconSix-Objektive an Canon EOS 450 D von Jörg Braun am 21 Oktober, 2008 um 22:21:01:
Hallo,
nach nochmaligem mehrfachen Durchlesen meine ich, die Problematik nachvollziehen zu können. Die Auflösung des Objektivs ändert sich nicht in Abhängigkeit von der Fokussierung, nimmt nur von der Optischen Achse zum Rand hin ab - so wird das auch in den MTFs dargestellt. Ich denke, das ist einfach eine Frage des tolerierbaren Zerstreungskreisdurchmessers, der mit kleiner werdender Formatdiagonale ebenfalls kleiner wird. Das leuchtet auch ein, wenn man sich vergegenwärtigt, daß das Bild auf dem Chip nichts anderes, als den Ausschnitt eines Mittelformatbildes darstellt. Eine kleine Defokussierung, im MF-Bild kaum bemerkt, wirkt sich hier aufgrund des geringeren tolerierbaren Zerstreungskreisdurchmessers ganz anders aus. Auf Deutsch: ich vermute ein reines Schärfentiefeproblem.
Ich könnte das aber bei Bedarf mal an einer Nikon-Kamera nachvollziehen, mit dem Handicap, daß ich nur MC-Pentacon-Optiken habe, und nikonspez. keine Unendlicheinstellung.
Grüsse, Dominik
: Hallo Dominik,
: vielen Dank für die Antwort. Nein, meine Erwartungen sind nicht enttäuscht. So viel schlechter erscheinen mir die über 30 Jahre alten P6-0bjektive nicht im Verhältnis z.B. zum aktuellen 1,4 / 50 mm von Zeiss, jedenfalls in bezug auf die Auflösung. Das hat mich zunächst einmal positiv überrascht. Vielleicht ist das in meiner Anfrage nicht deutlich geworden. Ein gutes Abbildungsverhalten bei der Kennlinie von 40 lp/mm vermute ich als Ursache dafür. Immerhin verwenden alle Zeiss-MTF-Diagramme diese Linie als eine von dreien, um die Qualität Ihrer aktuellen Objektive zu beschreiben, und dies auch im Zeitalter von Chips, die eben deutlich kleiner als Kleinbild sind. Nach meiner Vermutung kommt es nicht wegen mangelnder Schärfe, sondern wegen der auf Mittelformat hin optimierten Schärfecharakteristik zu den Unschärfen, die ich festgestellt zu haben meine.
: Stimmt, da ist man mit einer Vollformatkamera sicher näher dran als ich mit meiner Canon 450 D. Ich habe mir schon fest vorgenommen, mir ein Vollformatgehäuse mit einem Chip über 20 MP zu kaufen, und zwar dann, wenn es unter 600 EUR liegt, also schätzungsweise Anfang 2010.
: Grüße
: Jörg Braun
: Okay,...nicht 560 Linien, sondern Linienpaare - trotzdem schwach
:
: :
: : : Hallo,
: : : warum das so ist, weiß ich auch nicht. Dieser Effekt lässt sich auf jeden Fall auch mit einem zweitklassigen KB-Zoom von Tamron z.B. an dieser Kamera darstellen. Hier übertrifft die Auflösung des Sensors bei weitem die Objektivauflösung, mit der Folge, daß auch bei exakter Fokussierung kein scharfes Bild zustande kommt.
: : : Insofern sind die Ergebnisse mit den Pentacon-Objektiven nicht verwunderlich: 40LP/mm bedeuten bedeuten bei dem APS-Chip der Kamera mit ca. 14mm bestenfalls 560 Linien über das horizontale Bildfeld. Auch wenn sich das nicht ganz 1:1 umrechnen lässt: Die Pal-Fernseh-Auflösung beträgt 520 Zeilen horizontal. Vielleicht sind da einfach die Erwartungen zu hoch. Mit einer 22MP-Vollformatkamera sieht das Ergebnis schon wieder ganz anders aus.
: : : Grüsse, Dominik
: :
: : : : Liebe Forumsbesucher,
: : : : von Herrn Baier habe ich letztes Jahr seinen Adapter für P6-Objektive an Canon-Digital-SLR-Kameras gekauft und inzwischen zuerst mit der Canon 350D und später mit der 450 D einige Aufnahmen gemacht, und zwar mit den Zeiss-Jena-Objektiven mit 85mm, 120mm und 300mm Brennweite.
: : : : Auf Anregung von Herrn Baier hin möchte hier einige Beobachtungen mitteilen. Sie beziehen sich weniger auf den Adapter selbst, denn der funktioniert einwandfrei und hat, soweit ist feststellen konnte, genau das richtige Aufmaß.
: : : : Vielmehr geht es um die verwendeten Objektive, die immerhin einige Jahrzehnte alt sind.
: : : : Nicht feststellen konnte ich Spiegelungen zwischen dem Chip und den nicht vergüteten hinteren Linsen der Objektive. Vielleicht gibt es ja irgendwo exakte Messungen zu diesem Problem.
: : : : Interessant ist das Schärfeverhalten der Objektive. Bei genauer Fokussierung wirken sie hochauflösend, Bereiche, die nur knapp außerhalb des Fokus liegen, wirken dagegen stark unscharf. Möglich, dass die geringe Tiefenschärfe bei langen Brennweiten oder auch UV-Licht-Effekte wegen der einfachen Vergütung hier eine Rolle spielen, ich vermute aber eine andere Ursache.
: : : : Mittelformatobjektive haben konstruktionsbedingt ein anderes Schärfeprofil als Kleinbildobjektive oder Objektive, die für noch kleinere Digitalchips optimiert sind.
: : : : Sie sind nicht insgesamt weniger hoch auflösend, aber in den MTF-Diagrammen zeigen sich andere Verhältnisse der Auflösungen bei den drei Ortsfrequenzen 10, 20 und 40 lp/mm.
: : : : Man kann das auf der Homepage von Zeiss nachvollziehen, indem man das MTF-Diagramm eines aktuellen Kleinbildobjektives mit dem eines aktuellen Mittelformat-Objektives vergleicht. Bei Blende 5,6 ähneln sie sich, bei größeren Öffnungen nicht mehr.
: : : : Denkbar wäre nach meiner Vermutung deshalb Folgendes: Genau im Fokuspunkt "greift" die hohe Auflösung bei 40 lp/mm des P6-Objektives, bei nur geringer Defokussierung wirkt sie sich nicht mehr aus. Nun kommt die relative geringe Auflösung etwa bei 10 lp / mm zum Tragen. (Abblenden hilft bei diesem Phänomen nur wenig.)
: : : : Es ist nur eine Vermutung. Vielleicht schreiben Sie mir Ihre Meinung dazu. Vielen Dank im voraus.
: : Okay,...nicht 560 Linien, sondern Linienpaare - trotzdem schwach
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: : : Hallo,
: : : warum das so ist, weiß ich auch nicht. Dieser Effekt lässt sich auf jeden Fall auch mit einem zweitklassigen KB-Zoom von Tamron z.B. an dieser Kamera darstellen. Hier übertrifft die Auflösung des Sensors bei weitem die Objektivauflösung, mit der Folge, daß auch bei exakter Fokussierung kein scharfes Bild zustande kommt.
: : : Insofern sind die Ergebnisse mit den Pentacon-Objektiven nicht verwunderlich: 40LP/mm bedeuten bedeuten bei dem APS-Chip der Kamera mit ca. 14mm bestenfalls 560 Linien über das horizontale Bildfeld. Auch wenn sich das nicht ganz 1:1 umrechnen lässt: Die Pal-Fernseh-Auflösung beträgt 520 Zeilen horizontal. Vielleicht sind da einfach die Erwartungen zu hoch. Mit einer 22MP-Vollformatkamera sieht das Ergebnis schon wieder ganz anders aus.
: : : Grüsse, Dominik
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: : : : Liebe Forumsbesucher,
: : : : von Herrn Baier habe ich letztes Jahr seinen Adapter für P6-Objektive an Canon-Digital-SLR-Kameras gekauft und inzwischen zuerst mit der Canon 350D und später mit der 450 D einige Aufnahmen gemacht, und zwar mit den Zeiss-Jena-Objektiven mit 85mm, 120mm und 300mm Brennweite.
: : : : Auf Anregung von Herrn Baier hin möchte hier einige Beobachtungen mitteilen. Sie beziehen sich weniger auf den Adapter selbst, denn der funktioniert einwandfrei und hat, soweit ist feststellen konnte, genau das richtige Aufmaß.
: : : : Vielmehr geht es um die verwendeten Objektive, die immerhin einige Jahrzehnte alt sind.
: : : : Nicht feststellen konnte ich Spiegelungen zwischen dem Chip und den nicht vergüteten hinteren Linsen der Objektive. Vielleicht gibt es ja irgendwo exakte Messungen zu diesem Problem.
: : : : Interessant ist das Schärfeverhalten der Objektive. Bei genauer Fokussierung wirken sie hochauflösend, Bereiche, die nur knapp außerhalb des Fokus liegen, wirken dagegen stark unscharf. Möglich, dass die geringe Tiefenschärfe bei langen Brennweiten oder auch UV-Licht-Effekte wegen der einfachen Vergütung hier eine Rolle spielen, ich vermute aber eine andere Ursache.
: : : : Mittelformatobjektive haben konstruktionsbedingt ein anderes Schärfeprofil als Kleinbildobjektive oder Objektive, die für noch kleinere Digitalchips optimiert sind.
: : : : Sie sind nicht insgesamt weniger hoch auflösend, aber in den MTF-Diagrammen zeigen sich andere Verhältnisse der Auflösungen bei den drei Ortsfrequenzen 10, 20 und 40 lp/mm.
: : : : Man kann das auf der Homepage von Zeiss nachvollziehen, indem man das MTF-Diagramm eines aktuellen Kleinbildobjektives mit dem eines aktuellen Mittelformat-Objektives vergleicht. Bei Blende 5,6 ähneln sie sich, bei größeren Öffnungen nicht mehr.
: : : : Denkbar wäre nach meiner Vermutung deshalb Folgendes: Genau im Fokuspunkt "greift" die hohe Auflösung bei 40 lp/mm des P6-Objektives, bei nur geringer Defokussierung wirkt sie sich nicht mehr aus. Nun kommt die relative geringe Auflösung etwa bei 10 lp / mm zum Tragen. (Abblenden hilft bei diesem Phänomen nur wenig.)
: : : : Es ist nur eine Vermutung. Vielleicht schreiben Sie mir Ihre Meinung dazu. Vielen Dank im voraus.