Abgeschickt von peter müller am 19 September, 2004 um 23:03:16
Antwort auf: Re: Alte Orwo-Filme NC19 von Winfried am 19 September, 2004 um 11:28:58:
: : umpf! Das sind von der Nomenklatura wirklich sehr alte Filme. Diese wurden nach einem nur im Commecon (östliche Hemissphäre) üblichen Prozeß entwickelt.
Hallo Winfried,
: Wie Google sagt, nach Orwo-Prozeß 5166/5168 - was auch immer das sein mag.
Ein alter AGFA Color-Prozeß, der sehr schön an den Farbschwankungen z.B. bei sowjetischen Color- Spielfilmen erkennbar ist.
: : Der Film kann aber in jeden S/W Entwickler als 19 DIN Film entwickelt werden.
: Das möchte ich bezweifeln, ich glaube nicht, daß sich s/w-Chemie für Farbfilme eignet. Gibt es Quellen dafür, daß diese Methode möglich ist?
Ja, meine höchstpersönlich, weil ich das gelegentlich mal gemacht habe, und auch mit Colorfilmen- West (C-22 Prozeß). Das sollte zumindest von der Logik her klar sein, weil im Gegensatz zum Colorprozeß durch das Bleichbad das Silberkorn im S/W Entwickler nicht entfernt wird.
: : Die Abzüge in S/W erfordern aufgrund der orangenen Maskierung aber eine wesentlich längere Belichtungszeit des Vergrößerers.
: ACK, tatsächlich ließen früher manche Leute aus Kostengründen von Farbnegativ-Filmen s/w-Abzüge machen.
Das war aber etwas anderes, denn auf der Grundlage des z.B. unmaskierten AGFA CN 17 waren problemlos S/W Abzüge möglich. Für Farbvergrößerungen dagegen mußte der Laborant eine orangene Maske einschieben, um eine bessere Farbdifferenzierung zu erreichen, die Kodak Filme schon eingebaut hatten. Wenn man so will, war der AGFA CN 17 quasi ein Vorläufer der heutigen Ilford XP 2 u.a. chromogener S/W Filme. Allerdings hatte der CN 17 überhaupt keine Trägerschutzfärbung, so daß nur die Negativfarben deutlich hervortraten. In diesem Fall hätte es auch keinen Sinn gemacht den CN 17 S/W zu entwickeln. Die Belichtung im Vergrößerer war in etwa mit S/W Negativen vergleichbar. Lediglich maskierte Colorfilme im S/W entwickelt haben eine sehr deutlich längere Belichtungszeit aufgrund der orangenen Maskierung mit der möglichen Gefahr, das der Vergrößerer zum Kochherd mutiert.
Viele Grüße
peter müller