Abgeschickt von peter müller am 04 Mai, 2004 um 02:21:08:
Antwort auf: Re: Helios 44-2-2/58mm von peter müller am 04 Mai, 2004 um 01:37:13:
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: : : : Ich habe jetzt von einer alten Zenit eine Standartoptik, nämlich das Helios-44-2 - 2/58mm, welches ich noch nicht ausprobiert habe, dieses aber natürlich heute tun werde - Film ist schon in der Kamera :)
: : : : Im Netz habe ich diverse Zungen gefunden, die behaupten, es handele sich um den Nachbau eines Zeiss Sonnar, wenn ich es noch richtig behalten habe - wer kann mir evtl. mehr darüber berichten?
: : Naja, eigentlich wird das Helios ja auch die russische "Interpretation" des Biotars genannt.
Kaschi,
kein Experte von Zeiss-oder russischer Objektive wird ernsthaft behaupten wollen, daß in sämtlichen Jupiter Objektiven eine Sonnar Rechnung enthalten ist. Selbst die Anbieter der elektronischen Bucht bieten das Jupiter 12 als prä-war Biogon an, vom 250mm Jupiter ganz zu schweigen, oder dem abgewandeltem Jupiter 8 für eine bestimmte Zorki Kamera usw.
So ähnlich ist es mit dem Helios, und von mir aus auch (H)Gelios. Die Beobachtung, daß einige Helios Typen Biotar ähnlich sind ist sicher richtig. Nur Linsenzählen und der Objektivquerschnitt helfen da nicht unbedingt weiter. Nur der Grundtyp eines Objektives ist entscheidend, so kann ein Fachmann sehr wohl einen "gewöhnlichen" Dreilinser von einer Taylor, Hobson "Cooke" Linse unterscheiden. Das Helios für die KIEV ist eben z. B. kein "Sonnar" Typ, während das in abgewandelter Form auf das Helios 44-2 zutrifft, und von dem sprechen wir doch wohl? Andererseits zeigen Helios Objektive den Type des Biotars oder des Zeiss Protar und Dagor auf u.v.a. auf. Eine Verallgemeinerung ist deshalb nicht zulässig.
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: : : wenn man hier etwas herunterscrollt, und bei Dr. Donau die Übersicht russischer Objektve einsieht, fällt sofort die Ähnlichkeit des Helios 44-2 mit dem Carl Zeiss Sonnar auf.
: : Der Aufbau des Linsenschnittes sieht dem Biotar 2/58 deutlich ähnlicher. Das gilt auch für das Helios 1,5/85 (Biotar 1,5/75). Auch werden ja die Sonnarnachbauten mit Jupiter bezeichnet. Warum hier plötzlich einen neuen Namen?
Siehe oben ein anderer Grundtypus, der für Laien nicht sofort erkennbar ist, und nicht alle Jupiter sind Sonnar Rechnungen.
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: : : Die Carl Zeiss Sonnare sind vom Zeiss Mitarbeiter Bertele für Sucherkameras(Contax) entwickelt worden, und sie bleiben als "Normalbrennweite", mit 50mm vom Namen her, auch den Sucherkameras vorbehalten.
: : Ja.
: : :Das Helios für eine SLR baut zwar auf die optische Rechnung des Sonnar mit 6 Linsen in drei Gruppen auf, aber es ist abgewandelt worden.
: : Ne, hier wird es falsch.
: : Das Helios hat 6 Linsen in vier Gruppen und ist damit der erweiterte Gauss-Typ. Also klassisches Biotarbauweise.
Die vorherrschende Lehrmeinung ist, daß ein Gauß-Typ ein symmetrisches Objektiv ist z. B. Carl Zeiss Jena Orthometar, Schneider-Keuznach Symmetar usw. Das Biotar mit seinen aufgespaltenen asymetrischen negativen Linsenflächen gehört ausgerechnet nicht dazu.
Das Sonnar dagegen ist ein erweiterter Typ des Triplett Anastigmaten zu denen eine Reihe von Objektiven gehört z. B. das Voigtländer Heliar usw.
: : :Der Grund liegt in der hohen Öffnung des Objektivs für eine SLR. Für das Helios war ein zusätzliches Linsenglied als Retrofokuskonstruktion notwendig, um den Abstand für den eingebauten Spiegel einer SLR zu gewinnen.
: : Das 2/58 ist keine Retrofokuskonstruktion. Deshalb hat es ja die 58mm und nicht die üblichen 50.
Die Brennweite 58mm ist kein alleiniges Indiz, wie Winfried ja richtig in bezug auf einige hochgeöffnete japanische Objektive angeführt hat.
Vielleicht wäre es für dich hilfreich das Objektivbuch zu studieren, das Winfried und ich auch haben:
Dr. Naumann:"Das Auge meiner Kamera" Knapp Verlag.
Ich persönlich halte es für das beste Optik -Buch, das auch komplizierte Sachverhalte der Optik verständlich macht.
Viele Grüße
peter müller
: : Thomas