Abgeschickt von Winfried am 18 November, 2006 um 14:57:09
Antwort auf: Retinette Kodak, wie komme ich an Mechanik heran? von k_frohnes am 17 November, 2006 um 15:35:23:
Wenn der Verschluß sich nur langsam oder gar nicht öffnet, liegt es meist an verklebten Lamellen - alte Prontor-Verschlüsse sind fast immer verklebt.
Am besten ist es, den Verschluß komplett zu zerlegen und die Lamellen gründlich zu reinigen, das ist aber keine Anfängerarbeit.
Einfacher ist es, die Frontlinse und die 2. Linse herauszunehmen und mit Geduld die Lamellen immer wieder mit Waschbenzin abzuwischen.
Die Frontlinse kannst du rausdrehen, wenn du die kleinen Schräubchen am Entferungsring gelöst hast (der Schraubenzieher muß genau passen, die Schräubchen sind ruckzuck hinüber!) und abhebst. Merk dir die Stellung des Ringes zur Linsenfassung, die Position zu Beginn des Rausdrehens, die Anzahl der Umdrehungen und die Position, wo sich die Linse abheben läßt, das ist wichtig, um die Entfernungsjustierung nicht zu verlieren. Die 2. Linse ist meist eingeschraubt.
Sind beide draußen, erstmal ein, zwei Tropfen Waschbenzin auf die Lamellen. Der Verschluß sollte jetzt besser funktionieren. Nach dem Auslösen Lamellen mit Papiertuch abwischen, wieder auslösen und wischen, bis sie wieder trocken erscheinen, dabei immer eine saubere Stelle des Tuches verwenden. Das ganze 2 bis 3mal wiederholen. Dann die Kamera 1 Woche liegenlassen, bei der schnellsten Vershlußzeit (1/300 oder 1/500) auslösen, die Bewegung der Lamellen sollte kaum wahrnehmbar sein. Bewegen sie sich sichtbar langsam, die Prozedur wiederholen.
Zum Schluß bei B-Einstellung die Hinterlinse von innen säubern, 2. Linse einschrauben und Frontlinse wieder montieren, GENAU umgekehrt wie Demontage, insbesondere die Positionen müssen stimmen. Wenn du eine Spiegelreflex mit Schnittbild-Sucher hast, kannst du die Kamera auch einfach wieder neu justieren.