Re: Zeiss Ikon Cocarette mit Rollfilm 621?


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Abgeschickt von Winfried am 12 Dezember, 2005 um 21:41:31

Antwort auf: Re: Zeiss Ikon Cocarette mit Rollfilm 621? von jan am 12 Dezember, 2005 um 20:32:25:

: Hallo,
: erstmal vielen Dank für die Rasche antwort.
: Also es muss sich wirklich um ein Vorkriegsmodell handeln. Die Kamera wird scharf gestellt, indem man die Standarte auf dem Laufboden hin und her schiebt und nach einer kleinen Skala ausrichtet. Diese Einrichtung erinnert eher an eine Platten- als an eine Rollfilmkamera. Daher nehme ich an, dass sie aus der Anfangszeit der (Massen-) Rollfilmfotografie stammt.

In der Tat waren frühe Rollfilmkameras oft noch sog. Laufbodenkameras. Es gab auch einige Modelle, in denen man wahlweise Rollfilme oder Platten verwenden konnte.

Die reine Laufbodenverstellung war das untere Ende der Fahnenstange. Etwas bessere Kameras hatten eine Radialhebelverstellung - das Vorderteil (sog. Standarte) wurde über einen seitlichen Hebel bewegt, entweder über Hebelübersetzung oder mit Zahnrad und -stange. Es gab auch Laufbodenverstellungen mit einem Drehknopf und Zahnrad/-stange.

Später wurden Rollfilmkameras fast ausschließlich aus sog. Springkameras gebaut. Die Standarte wurde zusammen mit der Frontklappe eingeklappt und kam beim Öffnen automatisch in die richtige Stellung, während man bei den Laufbodenkameras die Standarte erst vorziehen mußte. Hut ab übrigens vor den damaligen 'Blechschustern', die die Schienen in der beweglichen Klappe und im Kamerakörper so genau preßten, daß die Standarte problemlos von der einen in die andere Schiene gleitet.

Bei der Voigtländer Prominent (Vorkrieg) gab es einen federgetriebenen Kettenzug (!!), der die Standarte bei dieser Laufbodenkamera automatisch vorgezogen hat.




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