Abgeschickt von Winfried am 24 August, 2005 um 14:06:34
Antwort auf: Zeiss Jena M42 Objektive von Mike am 24 August, 2005 um 13:51:17:
: Guten Tag,
: ich hätte mal eine Frage zu den M42 Objektiven von Zeiss Jena. Warum gab es neben dem 1,8/50mm noch ein 2,8/50mm? Beim 1,8/50 ist doch die Lichtleistung besser, soweit ich das verstehe(?), hätte man doch das 2,8/50 weglassen können.. oder?
Ja, warum wird ein VW Lupo gebaut, wo es doch den Passat gibt, der ist doch sicher besser...
Man bekommt nichts umsonst... und auch die höhere Lichtleistung beim 1.8/50mm mußten die Kunden bezahlen. Daher gab es als preiswertere Alternative noch ein 2.8/50er. Im praktischen Einsatz wird eine Blendenöffnung von 1.8 auch nur selten benötigt, Hauptargument ist das wesentlich hellere Sucherbild beim 1.8/50 und die (wahrscheinlich) bessere optische Leistung, wenn es auf 2.8 abgeblendet wird.
Für ein gutes 1.8/50mm-Objektiv braucht man 5 bis 7 Linsen (in diesem Fall 6), das Zeiss Jena Tessar 2.8/50 hatte nur 4 Linsen. D.h., in der Fertigung wesentlich billiger. Auch der Blendenmechanismus kann weniger aufwendig sein, da die Blende nicht so weit öffnen muß. Ein 1.8/50mm wird auch immer größer und schwerer als ein 2.8/50mm sein, wer das nicht rumschleppen wollte, konnte also zum 2.8/50mm greifen.
Als noch preiswertere Alternative wurde das Pentacon 2.8/50 (= Meyer Domiplan) angeboten, das aber wohl in der Leistung (bei offener Blende) gegenüber dem Tessar abfällt. Das Tessar ist eine Legende, und die Tessare aus Jena (hier auch als 'aus Jena T' verkauft) brauchen den Vergleich mit den Tessaren von Zeiss-Oberkochen (West) nicht zu scheuen.
Allerdings war Pentacon tatsächlich so ziemlich der einzige Spiegelreflex-Anbieter, der noch lange 2.8/50mm-Objektive im Angebot hatte. Zur Zeiss-Kyocera Contax Spiegelreflex gab es auch ein 2.8/40mm (das auch Tessar hieß, bloß eben im Westen hergestellt). Für einige jap. Spiegelreflexkameras gab es 'Billig-Normalobjektive' mit Lichtstärke um die 2.3 und 50mm.