Abgeschickt von Christoph Wagner am 13 Mai, 2005 um 21:23:30
Antwort auf: kaufberatung zweiaeugige rolleiflex... von axel am 12 Mai, 2005 um 19:46:09:
Hallo Axel,
deine in 2, 3 Sätzen formulierten Fragen könnte man erschöpfend nur in einem mehrseitigen Referat beantworten.
Grundsätzlich erstmal die gleiche Meinung wie Franz, 2,8 muss nicht sein, wenn Du sie nicht gerade geschenkt bekommst.
Der Vorteil, wenn er überhaupt einer ist (subjektiv), wird durch teure Zubehörteile und der teureren Kamera an sich bezahlt und lohnt meiner Meinung nach nicht.
3,5 Objektive Opton Tessar, Tessar, Xenar, Planar, Xenotar. Von 4 bis 6 Linsern alles vertreten.
Als nächstes ist es interessant zu wissen welches Budget dir zur Verfügung steht?
Denn daran wird sich alles messen.
Du schreibst von den Modellen der 90er Jahre, dir ist schon klar, dass man dafür mal eben so 1.000 - 1.300 Euros loswerden kann? Ich meine damit die GX/FX Modelle und ähnliche. Obwohl auch bei solchen Kameras aus Kostengründen z.B. das Filmtastwerk, das Jahrzente lang in den Werbeargumenten stand,wegfiel.
Ich habe bis vor 2 Jahren 39 Jahre lang nur KB photografiert; dann habe ich mir bei eBay eine Rolleiflex 3,5A Automat für 162,- Euro ersteigert. Hervorragender Zustand (Sammler), die Kamera ist zwischen 51 + 54 Jahre alt!!! Hat ein 3,5er Zeiss Opton Tessar und macht knackscharfe Bilder. Ich war total begeistert.
Vor 1 Jahr habe ich mir dann noch eine Rolleiflex T mit eingebautem Beli zugelegt, war etwas teurer und musste auch noch repariert werden. Die Kamera hat ein 3,5er Tessar. Ich wollte diese Kamera haben, weil sie einige Vorzüge gegenüber der 3,5A hat. Zum einen hat sie einen wechselbaren Lichtschacht, den man in Sekunden abnehmen kann und gegen einen Prismensucher tauschen kann. Beim Prismensucher kann man waagerecht in den Sucher schauen und hat ein seitenrichtiges Sucherbild (beim Lichtschachtsucher ist das Bild seitenverkehrt). Der andere Vorteil dieser Kamera ist die Möglichkeit anstatt dem 6 x 6 Format ein 4,5 x 6 Format zu belichten (16 Bilder auf 120er Rollfilm). Diese Möglichkeit bieten nur 2 versch. Rolleiflex Modelle, die Rolleiflex T und die Rolleimagic, sowie die Rolleicordmodelle Va und Vb.
Eine grundsätzliche Empfehlung für irgendein spezielles Modell kann ich dir nicht geben; es ist alles drin von ca. 150 bis über 1.000 Euro und mehr (vor kurzen habe ich die Auktion einer 40 Jahre alten Weitwinkelrollei beobachtet, 1.800 Euro).
Abraten würde ich nur von irgendwelchen Rolleinachbauten, Seagull, Big Twin, etc. und von Vorkriegs Rolleimodellen, die wohl nur noch für die Vitrine gut sind.
Rolleikameras waren und sind qualitativ hochwertige Werkzeuge, die meisten rein mechanisch und ohne Elektronik.
Mein Mechaniker sagte mir mal, wenn sie mal nicht mehr funktioniert repariere ich sie ihnen und dann geht sie wieder 50 Jahre. Das werde ich wohl nicht mehr erleben, aber ich glaube dass es so ist!
Gruss
Christoph