Abgeschickt von Holger am 19 Januar, 2005 um 19:54:37
Antwort auf: Re: Exakta 66 - Bedienung von Carsten am 07 Dezember, 2004 um 10:36:37:
: Hallo Matthias,
: Wenn Du eine Anleitung brauchst, ich könnte sie Dir kopieren. Einfacher noch ist es sich eine Anleitung zur Pentacon six oder six TL zuzulegen.
: a) Blendenpin
: Der ist bei der Exakta 66 beweglich! Die Exakta 66 ist schliesslich nur eine umverpackte Pentacon six TL. Diese wiederum stammt über mehrere Zwischenmodelle von der Praktisix ab. Bei frühen Praktisixen ist dieser Hebel unbeweglich. Dann wurde er umkonstruiert. Es gab damals noch etliche langbrennweitige Fremdobjektive, die man durchaus an der Praktisix benutzen konnte. Lange Brennweiten haben aber einen engen Winkel - das heisst im Kameragehäuse einen steilen Einfallswinkel. Da konnte der Hebel auch mal ins Bild hineinragen. Da diese Objektive eh alle manuell zu bedienen waren, konnte man diesen Hebel
: ohne Funktionsverlust (aus dem Bildkeil) wegschwenken.
: Alle heute noch gaengigen Objektive haben dieses Problem nicht. Betroffen sind eigentlich nur Fernobjektive (keine echten Telekonstruktionen).
: Der schwenkbare Hebel ist also nur ein historisches Überbleibsel. Unter den Objektiven, die Du genannt hast, sind keine Fernobjektive dabei. Du kannst den Hebel also immer in der unteren Stellung lassen.
: b) Hebel am Schnellspanner
: Exakt. Der ist bei der Einführung der Pentacon six dazugekommen, um 220er Filme verwenden zu können. Das Zählwerk hat eine Sperre nach dem 12ten Bild. Wenn Du gerade 220er drin hast, dann kannst Du nach dem zwölften Bild das Zählwerk entriegeln und es zählt bis 24 weiter.
: Dennoch brauchst Du den Hebel auch bei 120er Film. Wenn Du den Film verknippst hast, must Du den Transport nach dem 12ten Bild entriegeln, um den Film vollständig auf die rechte Rolle zu bevördern.
: c) Rückstellung
: Schliesse mich Wilfried an.
: Diese sollte eigentlich automatisch geschehen. ISt aber auch kein ernster Fehler, solange Du beachtest, dass das Zählwerk vor Einlegen des neuen Films auch wirklich zurückgestellt ist.
: d) Richtung des Zeitenknopfes
: Gute Frage. Sollte kein Problem sein. Wie gesagt, die Exakta 66 ist eine Pentacon six, und da gibt es keine Drehrichtung.
: Dennoch. Du wirst gehört haben, dass man den Aufzugshebel nicht zurückschnellen lassen darf. Man muss ihn behutsam zurückführen. Schon in einigen alten Praktisix-Anleitungen (nicht allen) findet sich dieser Hinweis. Diese Schwäche ist bis zum Ende nicht behoben worden. Die Exakta 66 ist keine Ausnahme. Im Gegensatz zum allgemeinen Volksglauben enthält sie die gleiche (nicht etwa eine verbesserte) Mechanik wie die Pentacon six.
: Ich habe gehört, dass man die Kamera auch kaputtmachen kann, wenn man den Selbstauslöser vor dem Verschluss spannt. Aber ich glaube nicht so recht daran. Sicherheitshalber halte ich mich aber dran.
: e) lange Zeiten
: Schliesse mich Wilfried an.
: Muss aber auch sagen, dass sich bei all meinen Gehäusen die langen Zeiten "unregelmässig" anhören. Ich glaube, das ist normal. Einfach mal kontrollieren, ob die Belichtung stimmt.
: f) Objektivgüte
: Ein ewiges Streitthema. Aber, pauschal gesagt, mit den Zeiss-Objektiven wirst Du sehr gut fragen. Meines Wissens nach waren die Entwickler bei Zeiss eigentlich nur mit zwei Objektivkonstruktionen zur Prentacon six nicht voll zufrieden: Tessar 2.8/80 und Flektogon 2.8/65. Das Flektogon 4/50 hat übrigens ein gänzlich anderes Aufbauschema als des 2.8/65. Ansonsten solltest Du mal nach den Ergebnissen von Kristoff Seidl suchen. Der hat einen echten Labortest von den von Dir genannten Objektiven gemacht. Habe aber gerade nicht die Adresse. Wenn ich mich nicht täusche, hat auch das Pentacon 4/300 (=Orestegor = Pentaconar) hervorragend abgeschnitten. Es hat einen dem Sonnar 4/300 ähnlichen Linsenschnitt und ist somit der Konstruktionsgruppe der Sonnare zuzuordnen. Pferdefuss: es hat keine Blendenautomatik :(
: Plastikobjektive für die Pentacon six sind äusserst selten. Es sind eher Sammlerobjekte als Gebrauchsobjektive. Dazu zählen die Varioflex-Objektive (ein echter Witz aus Österreich) und auch die KB-Objektive, welche durch Zörkendörfer adaptiert wurden (Danubia 6.3/400 und 8/500).
: Mit freundlichen Grüssen,
: Carsten
:
: : Hallo alle,
: : ich hab mir gerade ein Modell 2 gekauft, besitze aber keine Anleitung. Ein paar Dinge sind mir unklar:
: : Es gibt eine Art Offenblendhebel im Kameragehäuse, welcher auf den Stift im Objektiv drücken soll, um die Blende offen zu halten. Der Hebel im Gehäuse ist mit wenig Kraftaufwand beweglich, sieht dabei weder verbogen noch sonst wie kaputt aus. Fragen: Gehört der so? Wo muß der denn normalerweise stehen? Ist das Ding für verschiedene Objektive einstellbar? Hatte schon ganzen Haufen Kameras, auch Mittelformat, aber diese Funktion eines auf diese Art beweglichen Hebels im Geäuse ist mir unbekannt.
: : Am Transporthebel gibts einen Mikroschalter - erste Vermutung: Auskopplung Transport für Mehrfachbelichtung. Habe ein bißchen rumprobiert, entkoppelt nicht, muß also ne andere Funktion besitzen. Wozu ist der? Irgendwas mit Umschaltung Zählwerk bei 220er Film?
: : Das Filmzählwerk springt nach Öffen der Rückwand nicht gleich und komplett zurück, bisschen klopfen, dann gehts. Ernstes Problem oder Indiz dafür, daß die Kamera nur sehr lange nicht benutzt wurde? Gerät hat sehr wenig Gebrauchsspuren.
: : Gibt es irgendwelche Besonderheiten, wie niemals den Verschlußzeitenknopf linksrum drehen, oder bloß nicht bei gespannten Verschluß diesundas machen, oder ... ?
: : Die langen Zeiten 1/4 bis 1 sek. laufen sehr unregelmäßig (das Ratschen/Weiterlaufen des Miniuhrwerks verläuft akustisch nicht gleichmäßig, sondern schneller/langsamer und unregelmäßig). Auch ein einfaches Problem oder ebenfalls was Ernstes?
: : Ich wollte mir noch Objektive zulegen, und zwar 4/50, 120, 180 und 300, alle als CZ Jena in der etwas neueren Ausführung mit MC. Gibt es da irgendwelche Aussetzer, beispielsweise daß eines von denen grottenschlecht und damit nicht empfehlenswert wäre? Ich traue den Objektiven recht gute Leistungen zu, meine Anforderungen an die Bildqualität sind auch nicht extrem hoch - mir reichen saubere, ordentliche Ergebnisse (bin keiner, der Testkarten fotografiert und mit der Lupe die Auflösung kontrolliert). Vignettierung sowie deutlich merkliche Unschärfen in den Ecken oder deutlich erkennbare Unschärfe/Kontrastarmut (leicht zu finden bei aktuellen KB-Plastik-Objektiven im Brennweitenbereich ab 150) toleriere ich aber nicht.
: : Danke für die Info.
: : Matthias aus HH
Hallo alle,
Betr.:Plastikobjektive Varioflex
Ich glaube nicht, das der Briefschreiber die
"Witze aus Österreich" selbst kennt, in meinem Varioflex II sitzt ein 105 mm Schneider Symmar, eines der besten Objektive auf dem Markt. Egal.
Vielleicht kann mir jemand mit der Adresse an
die Firma behilflich sein, da ich ein Ersatzteil
benötige ("Gummiabdichtung")
Vielen Dank im voraus.
Gruss Holger