Abgeschickt von Rolf-Dieter Baier am 20 Dezember, 2004 um 11:12:39
Antwort auf: Re: Exakta 66 - Bedienung von Carsten am 07 Dezember, 2004 um 10:36:37:
Hallo,
einige Ergänzungen zum bereits Gesagten:
Der wegschwenkbare Blendenhebel hat z.B. dann Sinn, wenn man mit einem nicht gekoppelten TTL-Prisma und Arbeitsblende fotografieren möchte. Mann kann dann die Belichtungsmessung durch Drehen am Blendenring des Objektives vornehmen. Die Blende geht dann sofort auf den tastächlichen Wert. Bei Objektiven ohne eigene Abblendtaste ist dies die einzige Möglichkeit vor der Aufnahme abzublenden, auch für Schärfetiefekontrolle.
Der ungleichmäßige Ablauf der langen Zeiten ist nicht weiter tragisch, wenn die Zeiten einigermaßen stimmen. Das größere Problem sind die Verschlusszeiten von 1/500 bis 1/125, die bei nicht überholten Gehäusen oft nicht stimmen. Manchmal kann man schon am Geräusch feststellen, dass 1/125 länger ist als 1/60. Die genannten Zeiten reagieren sehr empfindlich auf altes bzw. falsches Fett. Abhilfe recht aufwändig, aber ein echte Langzeitinvestition, die praktisch jede Pentacon Six und Exakta 66 einmal in Ihrem Leben braucht: Komplett zerlegen, auswaschen, Neuschmierung (schnelllaufende Wellen mit synth. Uhrenöl, nicht wieder mit Fett!), zusammenbauen, justieren. Kostet bei mir 97 Euro.
Die genannten Zeiten bleiben konstrukionsbedingt immer etwas temperaturabhängig. Durch die geschilderten Maßnahmen kann die Abweichung zwischen etwa 0°C und 30°C jedoch in die Größenordnung der zulässigen DIN-Abweichungen gebracht werden. Die übrigen Zeiten sind deutlich unkritischer!
Gruß,
Rolf-Dieter