Abgeschickt von peter müller am 01 Dezember, 2004 um 21:32:07
Antwort auf: Mittelformat Einstieg von Jan am 01 Dezember, 2004 um 15:19:07:
: Guten Tag,
: ich habe mich jetzt einmal im Forum umgeguckt ob es schon einen ähnlichen Beitrag gibt, aber nix gefunden. Wenn ich den übersehn habe tut mir das Leid, ich will ja schließlich nicht das Forum mit doppelten oder dreifachen Beiträgen füllen.
: Also ich fotografiere jetzt schon einige Zeit im Kleinbildformat mit einer alten Spiegelreflex-Kamera. Nun wollte ich mich einmal im Mittelformat versuchen. Ich weis allerdings nicht welche Kamera am besten zu Einsteigen ist. Es sollte eine zweiäugige Spiegelreflex sein, hol ich mir aber besser eine alte Rolleicord oder sogar Rolleiflex, oder lieber ein neues Imitat (Lubitel, Seagull uvw.)?
: Schonmal vielen Dank
: Jan
Hallo,
also die russische Lubitel kann man eher als Spielzeug bezeichnen denn als Einsteigerkamera.
Die Meinungen über die chinesische Seagull gehen auseinander, weil die optische Qualität abgeblendet ganz ordentlich ist, aber andererseits meilenweit von der mechanischen Qualität einer Rolleicord oder Rolleiflex entfernt ist.
Prinzipiell kan man mit dem Erwerb einer Rolleicord oder Rolleiflex nichts verkehrt machen. Man muß sich nur persönlich entscheiden ob der Transportknopf der Rolleicord für ausreichend erachtet wird, als die Kurbel der Rolleiflex, die damit fast einen automatischen Filmtransport ermöglicht.
Man muß sich auch nicht für das teuerste Modell der Rolleiflex entscheiden.
Eine Rolleiflex T mit dem Carl Zeiss Tessar 1:3,5/75mm T , ist für relativ wenig Geld zu bekommen. Sie bietet sogar mehrere Formate=
6x6, 4,5x6,4x4 und 35mm Kleinbild mit den Zubehörsatz; im Gegensatz zu anderen Rolleiflex-
Modellen. Die Qualität des Tessar ist über jeden Zweifel erhaben, und abgeblendet ist kein Unterschied mehr zum teuren Planar zusehen.
Im Gegenteil hat das Tessar sogar hier etwas mehr Kontrast aufzuweisen.
Die Rolleiflex T ist eine Anschaffung fürs Leben, und mit dem Bajonett I Anschluß auch begrenzt ausbaufähig bzw. es gibt noch viel Zubehör.
Die Rolleiflex T gibt es mit und ohne eingebauten
Selen-Belichtungsmesser. Die T ohne den Belichtungsmesser ist preiswerter und auch praxisgerechter, wenn man mit dem Handbelichtungsmesser arbeitet. Im Zweifel läßt sich eine Rolleiflex T aber nachrüsten.
Etwas darunter, aber nicht wesentlich, angesiedelt ist die japanische Yashicamat G,die als TLR einen eingebauten Belichtungsmesser mit einer CdS-Zelle aufweist (Batterieproblem).
Die preisliche Differenz zur Rolleiflex T ist aber nicht sehr erheblich, so daß man doch lieber
zum Original greifen sollte.
Erst die Vorgängermodelle der Yashicamat G, ohne dieses "G"= Goldkontakte für den Belichtungsmesser,eröffnen einen sehr preiswerten Einstieg in die Praxis der TLR-Photographie, und den Photos sieht man es nicht an ob diese mit einer Rolleiflex oder Yashica TLR gemacht worden sind.
Insgesamt die Sache noch mal genau "beschnüffeln", d.h. so eine TLR-Kamera in die Hand nehmen, ob sie einen persönlich je nach Modell auch liegt, und die Bedienungsweise auch gefällt,und die Ergebnisse des Objektivs.
Viel Erfolg
peter müller