Abgeschickt von peter müller am 03 August, 2004 um 23:35:00:
Antwort auf: Erfahrungen mit Cosina-Objektiven von Michael Kiel am 03 August, 2004 um 11:30:52:
Hallo,
nun es muß nicht unbedingt ein Carl Zeiss Vario Sonnar sein. Es ist kein Geheimnis, das selbst das Leitz Vario 1: 4/70-200 von Minolta gebaut wurde. Cosina hat inzwischen bei den Festbrennweiten mit der Voigtländer Reihe mit LTM oder C Anschluß einen ausgezeichneten Ruf, den ich für die Varios einer SLR nicht bestätigen möchte.
Dagegen hat Tokina zwei ganz ausgezeichnete und sehr kompakte Varios gebaut, die ich selbst habe, und das obwohl ich gegen Vario Objektive bin; aber auch der Papst soll nicht unfehlbar sein.
Diese beiden Zooms sind auch in M 42 produziert worden.
Einmal ein Tokina SD 3,5-4,5/28-75mm, und ein SD 4,5-5,6 75-210mm.
Beide Brennweite decken fast alle photographischen Eventualitäten ab, zumal beide eine Macroschaltung aufweisen.Zunächst hatten mich nur die Abmessungen gereizt, weil das 28-75 nicht größer als eine 50mm Brennweite ist, und das 75-210 nicht größer als ein 85mm Objektiv von der Baulänge her zusammengefahren.Damit also ideal auch vom Gewicht her um ohne Schlepperei auf längere Touren die Dinger mitzunehmen.
Diese beiden "Dinger" erwiesen sich optisch aber als echte "Überraschungseier". Die Abbildungsleistung war und ist, trotz meiner Vorurteile gegen Zooms, einfach phänomenal. Das liegt zum Teil auch an der niedrigen Dispersion der Sondergläser, die deshalb den Zusatz "SD" aufweisen. Die beiden Objektive erhielten im Test immer das Prädikat "hervorragend", was auch immer das für ein Zoom heißen mag, aber ich bin der Meinung zu recht. Außerdem mußte das Tokina 70-210 gegen das oben erwähnte Leitz Vario antreten, mit dem Ergebnis, das zumindest auf dem Leuchtpult für die verschiedenen Redakteure kein Unterschied feststellbar war. Ich vermute mal, das man keinen anderen Test als den visuellen wollte, weil das Leitz geschlagen worden wäre von einem japanischen Fremdhersteller, und so weit wollte die Redaktion sich nun nicht aus den Fenster lehnen. Selbstverständlich hat die Sache auch einen Haken, weil aufgrund der sehr kompakten Bauweise nur eine gleitende lichtschwächere Öffnung möglich ist. Das 28-75 mm ist untadelig, während das 70-210 im oberen Bereich ab ca 180mm zu deutlichen Verzeichnungen neigt(tonnenförmig), aber Schärfe und Kontrast, Farbcharakteristik, sind aufgrund der Sondergläser aller erste Sahne. Die Bezeichnung Macroschaltung ist, wie bei anderen Herstellern auch, eine glatte Übertreibung, weil der Maßstab nur bis 1:4 geht, aber voll ausreichend.
Insgesamt haben beide Tokina Objektive meine Vorurteile gegen Zooms etwas gedämpft, und zumindest so erfolgreich, daß ich gar nicht daran denke sie zu verkaufen. Falls die Tokina Zooms in e-bay angeboten werden gehen sie auch im ausgezeichneten Zustand sehr preiswert über die elektronische Theke.Ich glaube kaum, daß Cosina solche High End Zooms anbietet.
P.S.
Die Nachfolgeserie hieß Tokina ATX. Ich weiß, aber nicht ob diese noch Sondergläser aufweisen, oder in M42 erhältlich waren.
Viel Erfolg
peter müller