Re: Der Beli von meiner Kiev spinnt!


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Abgeschickt von Rolf-Dieter Baier am 17 Maerz, 2004 um 14:27:02

Antwort auf: Der Beli von meiner Kiev spinnt! von Stefan am 09 Maerz, 2004 um 21:13:33:

1. Abweichungen von 1/2 bis 1 LW bei verschiedenen Belichtungsmessern sind durchaus üblich. Dies zeigen Tests in Fotozeitschriften, sogar bei so renommierten Marken wie Gossen. Letztlich muss jeder für seine Arbeitsbedingungen nachkalibrieren. Wenn nicht anders möglich, über die ASA-Einstellung geht das immer. Bei Diafilm ist Nachkalibrieren, oder besser: Standardisieren des Gesamtsystems (Kamera mit Objektiv bei verschiedenen Verschlusszeiten und Blenden mit einer bestimmten Filmsorte) besonders zu empfehlen. Das heißt Probefilme machen und die Bedingungen fürs beste Ergebnis in Zukunft anwenden. "Standardisieren" nenne ich das, weil man weder Verschlusszeiten, noch BLenden, noch Filmempfindlichkeit definitiv damit bestimmen kann - aber den persönlichen, für die Ergebnisse entscheidenden, Standard erzielt.

2. Kalibrieren der Kiev-Prismen (ab 1990) ist leicht möglich, wie in der englischsprachigen Anleitung erklärt, auf die der Link im Beitrag von Stefan vom 10. März verweist. Dort wird vorgeschlagen, die drei Schräubchen am Zeitenrad etwas zu öffnen und das Rad zu verdrehen. Dabei kann es allerdings passieren, dass nach Verdrehen des Rades eines der Schräubchen keinen Widerstand mehr findet, da das innere Teil eine Aussparung hat. Macht normalerweise nichts, das Zeitenrad hält auch mit zwei Schräubchen. Das dritte sollte man dann verlacken, dass es nicht wandert.

3. Es gibt auch noch eine weitere Möglichkeit über einen einstellbaren Widerstand mit großem Verstellbereich im Inneren des Prismas. Diese Methode braucht man, wenn man z.B. über die Methode nach 2. den Bereich am oberen, hellen Ende des Messbereichs zu sehr beschneidet und bei Sonne schon mal am Anschlag ist.

4. Die Batterien sollten eigentlich egal sein, durch eine Brückenschaltung wird die Spannung stabilisiert. Man nimmt am besten die billigen Alkali-Mangan mit 1,5V, aber es geht auch mit 1,35 (Quecksilber) und mit 1,55 (Silberoxid).

5. Vergleichsmessungen macht man bei TTL-Messungen am Besten mit einer einheitlich weißen Fläche, oder auch einer Graukarte. Durch die einheitliche Fläche beeinflusst die Messcharakteristik (integral, selektiv usw.) nicht das Messergebnis. Es sollte sich möglichst nicht um Zoomobjektive handeln, um wirklich definierte Blendenzahlen zu haben. Deshalb sollen die Objektive auch auf unendlich eingestellt sein, nur dann stimmen die abgelesenen Blendenwerte genau (sonst hat man "verlängerten Auszug"). Zu der angesprochenen Dynax 505: Sind die Werte mit einem Standardobjektiv (nicht Zoom) abgelesen? Sonst muss man bei diesen elektronischen Kameras sehr aufpassen, was den angezeigten Blendenwert betrifft. Zeigt sie immer den Wert der Anfangsbrennweite, oder passt sie ihn - auch in der Anzeige! - der aktuellen Brennweite an? Wenn die Kamera hier 1/10 belichtet, besteht Grund zu Annahme, dass die effektive Blende kleiner als angegeben ist.

5a. Ausschweifung, bitte nur bei weitergehendem Interesse lesen ;-) : Man glaubt zunächst gar nicht, was es da allein schon für Definitionsprobleme gibt. Es gibt bei Objektiven rein rechnerische Blendenwerte, die das Verhältnis von Durchmesser der Öffnung zur Brennweite bezeichnen. Es gibt aber auch "effektive" Blendenwerte, die berücksichtigen, dass - bei Objektiven mit vielen Linsen - nicht 100% des Lichtes hinten ankommen, letztere sollten eigentlich verwendet werden. Ein Beispiel, wo dies offenbar nicht gemacht wird, sind die billig angebotenen Spiegelobjektive mit angeblich Lichtstärke 8. Verglichen mit einem teuren Tamron SP 8/500 sind diese genau 1 Blende dunkler, effektiv also 11/500!. Wahrscheinlich hat man hier raffinierter Weise einfach mit dem Durchmesser der Linsen gerechnet, die hier in der Mitte jedoch einen abgedeckten Bereich haben.

6. Konkret: Am Besten so vorgehen, wie von Dominik am 11. März vorgeschlagen, und dann ganz schlimm abweichende Verschlusszeiten nicht mehr verwenden oder justieren lassen. Unbedingt auch prüfen, ob das Objektiv beim Auslösen auf Arbeitsblende schließt, am Besten bei abgenommenem Magazin von hinten durchs Objektiv schauen. Da sieht man dann durchaus auch bei 1/1000, ob die BLende - rechtzeitig! - schließt, und zwar bis zur kleinsten Blende 22.



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