Re: Verschlusszeiten messen?


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Abgeschickt von Franz S. Borgerding am 23 Februar, 2004 um 00:07:22

Antwort auf: Re: Verschlusszeiten messen? von Winfried am 22 Februar, 2004 um 19:30:08:

Hallo Winfried,

: Ach ja, so wie das sehe, ist das Ding allerdings nur für Zentralverschlüsse (alle Zeiten) und Schlitzverschlüsse bei Zeiten länger als die Synchronzeit (je nachdem 1/60 oder 1/125) geeignet, da bei Schlitzverschlüssen bei kürzeren Verschlußzeiten immer nur ein 'Spalt' geöffnet wird, der dann über das Filmfenster läuft.

ja. Da hat der Hersteller dieses Gerätes etwas zu sehr Wert auf die Optik und etwas zu wenig Wert auf die Funktion gelegt. Die Fassung um den Phototransistor sieht zwar geil aus, sorgt aber dafür, daß der Meßwinkel viel zu groß ist. Ich habe mir die Schaltung mit einem eng begrenzten Meßwinkel (dünnes schwarzes Röhrchen am Transistor) aufgebaut und kann damit problemlos bis 1/1000 messen. An Kiev wie an den Canons.

: Für Schlitzverschlüsse braucht man daher schon ein etwas aufwendigeres Gerät.

Stimmt. Mit geringerem Meßwinkel. Das geht aber auch mit einem Strohhalm und etwas schwarzeer Farbe.

: Mit den fertigen Testgeräten (einige hundert EUR) ist teilweise auch Messung der Ablaufgeschwindigkeit der Vorhänge möglich, das ist wichtig bei allen Tuchschlitzverschlüssen.

Das geht auch mit der m.W. ebenfalls bei Keinath verlinkten Schaltung von http://www.kyphoto.com/classics/combinationtester.html hervorragend und kostet fast nichts. Damit kommt man recht einfach Banding auf die Spur.

: Es kann allerdings auch sein, daß bei dem angeboteten Gerät die Sensorfläche sehr klein ist (kleiner als ein paar Zehntel mm), dann ist auch Messung der Schlitzbreite (= Geschwindigkeit) von Schlitzverschlüssen möglich.

So wie das Teil aussieht, ist der Meßwinkel zu groß. Mit dem einfachen Nachbasteln von Allerweltsbeschreibungen ist es nicht getan, wenn man Meßgeräte bauen will:-) Das sollte dem Manne mal gesagt werden. Im übrigen finde ich 29,- Kröten für ein Gerät, das so nicht wirklich funktioniert, zu teuer. Elektronik ist für nicht ganz 0,80 drin, Stecker, Gehäuse, Kabel liegen auch noch unter 10,-. Und zusammengeklopft ist das binnen nicht einmal zehn Minuten.

Zu zwei anderen Postern: 1/125 Sekunde ist anders geschrieben exakt 0,008 Sekunden. Du erhältst an der Soundkarte die Werte in Dezimalschreibweise. Davon der Kehrwert (Taste "1/x" am Taschenrechner) gibt dann die vielleicht geläufigere Angabe vom Zeitenrad der Kamera. Oder eben nicht, wenn was nicht stimmt. Übrigens sollten die Meßergebnisse sauber interpretiert werden: Wenn die 1/1000 bloß gemessene 1/870 sind, dann interessiert das niemanden. Das ist weniger als eine halbe Blende.
Die Anleitung für den Meßwertgeber mit einem Transistor unter http://www.geocities.com/Yosemite/2131/shspeed.html (ebenfalls über Keinath zu finden) ist auf Deutsch und Englisch.

Beste Grüße,
Franz


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