Abgeschickt von Franz S. Borgerding am 06 Januar, 2003 um 02:55:11
Antwort auf: Welche Kammera Nikon oder Minolta von StefanDD am 05 Januar, 2003 um 23:17:31:
Hallo Stefan,
da ich nicht in der Liga der "modernen" Autofokus-
Elektronik-KB mitspiele, kann ich weder zur Minol-
ta, noch zur Nikon etwas sagen.
Dafür einige generelle Dinge wie z.B. zur Abblend-
taste:
Die brauchst Du, wenn Du *vor* der Aufnahme *ohne*
Rechenschieber, Tabelle und viel Erfahrung die ge-
naue Schärfentiefe *sehen* willst. Also spätestens
dann, wenn Du nicht mehr knipst, sondern photogra-
phierst. Notwendig, das Ding.
Ansonsten solltest Du schauen, wie es mit dem spä-
ter einmal wichtigen Drumrum um das Gehäuse aus-
sieht. Von welchen Herstellern gibt es in welcher
Preisklasse wie gute Linsen zu den Kameras? Haben
die Wunschgehäuse ein Metallbajonett (besser wäre
ein komplettes Metallgehäuse, aber das ist ja in
AF-Zeiten wohl out)? Ist komplett manuelle Bedie-
nung einschl. der Filmempfindlichkeit möglich?
Wie schnell ist der Autofokus (wer sowas braucht)?
Im Fotomagazin 01/2003 steht übrigens ein Ver-
gleichstest u.a. zw. Dynax 5 und F65.
Ja, und dann bleiben die Betriebskosten. Wie teuer
ist ein Satz Batterien? Wie lange halten die? Gibt
es ein "Powerpack"? Damit läuft der AF schneller,
der schnellere Motor sorgt damit fast für "Movie-
Aufnahmen"...
Und dann kommt die wichtigste Frage: Welches Ge-
rät liegt besser in der Hand?
Und im übrigen sollte man beim Gehäuse nicht spa-
ren. Lieber zuerst ein ordentliches Gehäuse (das
wäre für mich im KB-Bereich z.B. eine F100) nur
mit 50mm-Linse kaufen, als ein weniger gutes Ge-
häuse mit "turboaffengeilem 24-400-Zoom".
Achte eher auf die Linsen zur Kamera. Für den An-
fang reicht ein 50er. Festbrennweiten sind von der
Abbildungsqualität her wesentlich besser als jeder
Zoom und obendrein lichtstärker. Für die meisten
Aufnahmen kannst Du die fehlenden paar Millimeter
bei wesentlich besserer Qualität der Aufnahmen
durch ein paar Schritte mit den Füßen ausgleichen.
Dann kaufst Du Dir irgendwann ein 24er, wenn Du es
brauchst. Und danach zwei Tele. Eines für Por-
traits (so um 90-100mm) und ein stärkeres mit um
die 200mm. Alles dazwischen läßt sich mit den Füs-
sen machen.
Damit erhältst Du eine wesentlich bessere Bildqua-
lität und lernst obendrein noch richtige Photogra-
phie. Und das noch mit lichtstärkeren Objektiven.
Es hilft nichts, mit Lichtstärke 4,5 in Rom in ei-
ner Kirche zu stehen, wo Stativ und Blitz verboten
sind und sich ein 200er Film in der Kamera befin-
det:-) Ein 1600er Film bringt außer Korn da auch
nicht mehr viel, wird allerdings mit 1/30 und
Blende 4,5 einigermaßen richtig belichtet.
Und für Portraits benötigst Du eh' eine Linse mit
ca. 100mm, für Landschaften eh' ein Weitwinkel um
die 30mm. Wobei Du bei Portraits sicher die Tie-
fenschärfe *vor* der Aufnahme kontrollieren willst
und Du bei Landschaften weder Tonnen noch Kissen
aus den Bäumen machen möchtest. Für Schnappschüsse
geht auch nichts besser als ein lichtstarkes 50er
oder ein lichtstarkes 35er.
Beim 50er geht dann auch in Grenzbereichen noch
der Autofokus, beim 35er braucht man den nicht.
Lichtstärke am Objektiv sorgt aber immer dafür,
daß Du im Sucher nicht "suchen" mußt, sondern et-
was erkennst.
Ja. Und dann kommen wir zum wesentlichen für die
Landschaften. Dem Stativ. Daran führt auch kaum
ein Weg vorbei, wenn Du nicht nur im Sommer in
Spanien fotografieren willst. Das Ding soll groß
und schwer, aus Holz oder Metall sein. Dann dämpft
es Vibrationen einigermaßen gut in sich selbst ab.
Gleichzeitig sollte es auf Deine Körpergröße abge-
stimmt sein und auch mal Kamera und Tele halten
können. Daher solltest Du vor dem Kauf die Kamera
zusammen mit dem schwersten Objektiv wiegen, das
Ergebnis verdoppeln und dann ein Stativ kaufen,
das als "Belastbarkeit" dieses verdoppelte Gewicht
hergibt. Dann wackelt auch mit dem 400er nichts,
wenn Du auf 100er Film in der Dämmrung einen weit
entfernten Kirchturm ablichten willst.
Allerdings wirst Du dann wohl bei 3kg Kamera und
4kg Stativ mit dem Auto fahren:-)
Beste Grüße,
Franz